Orthopädische Chirurgie

Facetten-Denervierung

Facetten-Denervierung (Mikrotherapie)

Seit ca. Ende der siebziger Jahre wird bei Arthrosen der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) bei Erfolglosigkeit von Krankengymnastik und Schmerzmedikamenten (NSAR) eine Denervierung der Facettengelenke vorgenommen.

Welche Funktion hat ein Facettengelenk:

Die Facettengelenke, die in der gesamten Wirbelsäule vorliegen, ermöglichen uns die Seitneigung, das Vor - und das Rückbeugen. Speziell auf den untersten Lendenwirbelsegmenten liegt, da hier die Breitenachse durch den Körper geht, die Hauptlast, wenn schwere Gegenstände gehoben oder getragen werden.

Klinische Symptome:

  • Druckschmerz in der Lendenwirbelsäulenregion
  • Rückbeugeschmerz
  • Schmerzen nach oder beim Aufstehen
  • "Schwer in die Gänge kommen"

Welche Facettengelenke sind häufig betroffen:

Am häufigsten sind an der Lendenwirbelsäule die 2 untersten Etagen betroffen, nämlich L4/5 und L5/S1. An der Halswirbelsäule sind es meistens die Etagen C4/5, C5/6 und C6/7.

Facettengelenk Ramus dorsalis (= Nerv des Facettengelenks)

Wie ist das therapeutische Vorgehen:

Unter Durchleuchtungskontrolle wird der Nerv des betroffenen Gelenkes mit einem kurz und einem länger wirksamen Betäubungsmittel angespritzt. In der Regel merkt der Patient innerhalb von 5-15 min eine sofortige Linderung der Beschwerden. Die Linderung hält in der Regel dann 2-3 h an und sollte wenigstens 50 % der Ausgangsbeschwerden reduzieren. Dieses Verfahren wird zwei Mal durchgeführt. Hierdurch wird sichergestellt, dass das richtige Gelenk therapiert wird. Hat man die richtigen Wirbelgelenke identifiziert, wird wiederum unter Durchleuchtungskontrolle der entsprechenden Nerven des kleinen Wirbelgelenkes aufgesucht und mittels einer Hitzesonde verödet (denerviert). Dies geschieht durch eine Erhitzung der Nadelspitze auf 80 ° C für 90 Sekunden. Dies geschieht unter lokaler Betäubung, so dass keine Schmerzen spürbar sind. Wichtig zu wissen ist, dass dieser verödete Nerv ausschließlich für den Schmerz zuständig ist und keine motorischen Funktionen hat, d.h. dass muskuläre Funktionen nicht beeinträchtigt werden.

Vorteile des Verfahrens:

  • Ambulant durchführbar
  • Keine Narbenbildung
  • Sehr gute Schmerzreduzierung
  • Wiederholbar
  • Danach kann schmerzfreier die Rückenmuskulatur auf trainiert werden!

Dr. med. Michael Schneider
Dr. med. Stephan Fritz
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70184 Stuttgart

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